Kommunale Wärmeplanung im Landkreis Aurich

Bereits heute haben einige Städte und Gemeinden im Kreisgebiet die Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Andere Gemeinden arbeiten aktiv an der Umsetzung eines Wärmeplans. Trotz des eigentlichen Ziels der Kommunalen Wärmeplanung, Potentiale für Wärmenetze zu heben, zeigt sich bereits heute, dass ein großer Teil des Kreisgebietes nicht über ein Wärmenetz versorgt werden wird, sondern ein „Eignungsgebiet für die dezentrale Versorgung“ sein wird.
Dies bedeutet, dass es sehr unwahrscheinlich ist, Sie künftig über ein Wärmenetz zu versorgen.
Dieses kann mehrere Gründe haben:
- geringe Wärmedichte
- große Abstände zwischen den Gebäuden
- geringe (erwartete) Netzanschlussdichte
- starke Einfamilienhausdominanz
- fehlende wirtschaftliche Perspektive für Netze
- fehlende erschließbare Wärmequellen in der Nähe
- topografische Gründe oder Barrieren (Bahntrassen, Autobahnen), die eine zentrale Versorgung verhindern
In dezentralen Versorgungsgebieten sind zwar keine individuellen Heizungsarten vorgesehen – im Allgemeinen wird jedoch die Wärmepumpe als künftige dominierende Heizungsart angesehen. Dies ist kein Nachteil! Erforderlich ist es jedoch, sich ein wenig mit der Thematik zu beschäftigen.
Das Wichtigste vorab: Keine Panik – Sie haben Zeit!
- Ihre Heizung muss nicht morgen ersetzt werden
aber: - Planen Sie den Austausch rechtzeitig
- Je früher Sie sich informieren, desto größer sind Ihre Handlungsmöglichkeiten
Ein erster Schritt: Das eigene Haus kennenlernen
Viele Eigentümer kennen ihr Gebäude erstaunlich wenig.
Kennen Sie Ihre Daten?:
- Baujahr
- Wohnfläche
- Heizenergieverbrauch
- Heizkörper oder Fußbodenheizung?
- Vorlauftemperatur
- Dämmstandard
- Schornstein vorhanden?
- Platz für Technik?
- Stromanschluss
- Dach für PV geeignet?
Am Ende entsteht ein kleines Gebäudeprofil.
Eine gute zweite Frage: Lässt sich mein Wärmebedarf senken?
- hydraulischer Abgleich
- Heizkurve optimieren
- Dämmung
- Kellerdecke
- Dach
- Fenster
- Lüftung
Wo fange ich an?
Den Wärmebedarf Ihres Hauses senken Sie am effektivsten durch eine Kombination aus Heizungsoptimierung, Verhaltensänderung und energetischer Sanierung. Mit diesen Maßnahmen reduzieren Sie Ihre Heizkosten und den Energieverbrauch spürbar.
Einen guten Überblick, welche Maßnahmen Sie selbst durchführen können, erhalten Sie in der dena-Broschüre „Energiesparen in Gebäuden“. Möchten Sie tiefer einsteigen und energetische Sanierungsmaßnahmen durchführen, lohnt es sich meistens einen Energieberater einzubinden. Neben der erforderlichen Sachkompetenz bringen Energieberater zusätzlich Wissen über mögliche Förderungen mit und erarbeiten für Sie einen wirtschaftlichen Weg zum erforderlichen energietischen Standard Ihres Haus – z.B. um eine Wärmepumpe effizient einzusetzen. Nicht immer ist eine Maximaldämmung sinnvoll oder wirtschaftluich notwendig!
Einen hervorragenden Überblick liefert in Punkto Sanierung der Praxisleitfaden der KEAN (Klimaschutz- und Energieagentur des Landes Niedersachsen). Die PDF-Version des „Praxisleitfaden zur Gebäudehülle: Energetische Sanierung“ können Sie direkt herunterladen.
Einen passenden Energieberater finden Sie bei den EnergieeffizienzExperten, einem Angebot der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)