Sanierung des Alten Postamtes in Norden als Leuchtturmprojekt
Vier Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer im Landkreis Aurich erhalten in diesem Jahr die Grüne Hausnummer – eine Auszeichnung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen (KEAN) und des Landkreises Aurich für besonders energieeffiziente Wohngebäude. Unter den Preisträgern ragt ein Projekt in besonderer Weise heraus: die umfassende und denkmalgerechte Sanierung des Alten Postamtes in der Stadt Norden.
Ehrung für klimafreundliches Bauen und Sanieren
Die Grüne Hausnummer wird seit 2021 im Landkreis Aurich vergeben. Sie würdigt private Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Gebäude entweder besonders energieeffizient gebaut oder durch umfassende Maßnahmen energetisch vorbildlich saniert haben. Ziel der Aktion ist es, Beispiele gelungener Energieeffizienz sichtbar zu machen, andere Hauseigentümer zu inspirieren und den Beitrag des Gebäudesektors zum Klimaschutz hervorzuheben.
Mit insgesamt vier ausgezeichneten Gebäuden in der Bewerbungsrunde 2025 zeigt sich erneut, dass energieeffizientes Bauen im Landkreis eine wachsende Bedeutung einnimmt.
Das Alte Postamt in Norden – ein historisches Gebäude mit Zukunft
Besondere Aufmerksamkeit verdient in diesem Jahr die Sanierung des Alten Postamtes am Marktplatz in Norden, einem denkmalgeschützten Backsteinbau aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Gebäude, das jahrzehntelang als Postamt genutzt wurde, hat in den vergangenen Jahren eine grundlegende Erneuerung erfahren.
Im Zuge der Sanierung wurde der historische Charakter des Baudenkmals erhalten, gleichzeitig jedoch ein energetischer Standard erreicht, der über das übliche Maß von Bestands- und Denkmalsanierungen hinausgeht. Dazu gehören unter anderem:
– eine energieeffiziente Gebäudehülle unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben,
– moderne Heiz- und Gebäudetechnik,
– der Einsatz erneuerbarer Energien,
– barrierearme und zukunftsorientierte Nutzungskonzepte.
Die Kombination aus denkmalgerechter Sanierung, energetischer Modernisierung und gesellschaftlichem Mehrwert macht das Alte Postamt zu einem herausragenden Beispiel dafür, wie historische Bausubstanz nachhaltig weiterentwickelt werden kann.
Ein Leuchtturm für nachhaltige Stadtentwicklung
Mit der Verleihung der Grünen Hausnummer würdigt der Landkreis Aurich nicht nur die baulichen Leistungen, sondern auch das Engagement des Eigentümers. Das Alte Postamt zeigt, wie es gelingen kann, historische Gebäude in die Zukunft zu führen – ökologisch, funktional und gesellschaftlich wertvoll.
„Die Auszeichnung unterstreicht, dass Klimaschutz und historische Substanz keine Gegensätze sind“, betont Eiko Ahten, Baudezernent des Landkreises Aurich. „Gerade im Alten Postamt sehen wir, welch enormes Potenzial in einer durchdachten Sanierung steckt. Das Projekt setzt Maßstäbe für klimafreundliche Stadtentwicklung und zeigt, wie durch energetische Modernisierung und eine durchdachte Planung neue Nutzungsmöglichkeiten entstehen können.“
Vorbildwirkung für die gesamte Region
Mit Projekten wie dem Alten Postamt möchte der Landkreis Aurich weitere Eigentümer motivieren, den Schritt zu gehen: energieeffizient bauen, klug sanieren und historische Substanz erhalten. Die Grüne Hausnummer macht diese guten Beispiele sichtbar und schafft einen wichtigen Impuls für mehr Klimaschutz im Gebäudebestand.
Neben dem Alten Postamt in Norden wurden außerdem die Familie Keim aus Schirum und die Familie Juhnke aus Münkeboe für die erfolgreiche Sanierung ihrer Eigenheime ausgezeichnet. Für einen Neubau in der Hauptstraße in Rechtsupweg außerdem Herr Peter Kröger, der bereits in der Vergangenheit viele Preisträger der Grünen Hausnummer als Energieberater sowohl bei Sanierungen oder auch im Neubau begleitet hat.

Familie Juhnke vor ihrem sanierten Haus im Südbrookmerland. Neben der Installation einer PV-Anlage wurden insbesondere alle energetischen Schwachpunkte der Gebäudehülle in Angriff genommen und eine Wärmepumpe installiert.
Familie Keim vor ihrem umfassend sanierten Haus in Schirum. Besonderer Wert wurde auf die Verwendung natürlicher Materialien und die Nachnutzung vorhandener Baustoffe gelegt. Die Gebäudeerwärmeung nutzt Geothermie mittels einer Wärmepumpe.


Bauherr Architekt Jann Kersten und Energieberater Peter Kröger vor dem ‚Alten Postamt‘ in Norden. Neben der Sanierung des Postamtes in Norden erhält auch Herr Kröger eine Grüne Hausnummer für seinen Neubau in Rechtsupweg. Es gratulieren Baudezernent Eiko Ahten und Klimamanager Ingo de Vries.
Weitere Informationen zur Grünen Hausnummer erhalten Sie bei der Klimaschutz- und Energieagentur des Landes Niedersachsen.